Neuro-Priming
Kognitives Training in Kombination mit IHHT (Intermittierendes Hypoxie-Hyperoxie Training)
Das Intermittierende Hypoxie-Hyperoxie-Training (IHHT) lässt sich hervorragend ins kognitive Training integrieren. Es verbessert die mitochondriale Funktion und Sauerstoffversorgung, was die neuronale Plastizität fördert und kognitive Trainings effektiver machen kann.
Anwendungsmöglichkeiten
Vorbereitung: IHHT vor der Sitzung steigert die Wachheit und Konzentration. Bei noch leistungsschwächeren Patienten, sollte das kognitive Training NACH der IHHT Sitzung erfolgen.
Kombination: Während der Hypoxie-Phasen können leichte kognitive Aufgaben (z.B. Cogpack oder Neuronation) durchgeführt werden.
Regeneration: Zur Senkung des Stresslevels bei Erschöpfungssyndromen (z.B. mit Achtsamkeits-, Atem-, Visualisierungs-, mentalen Entspannungsübungen, oder auch in Kombination mit Biofeedback oder Vagusstimulation).
Phasen der Behandlung.
- Initialphase (Woche 1-2): Verträglichkeitstest der IHHT; neuropsychologische Basistests

- Aufbauphase (Woche 3-8): Intensive IHHT-Zyklen zur Steigerung der mitochondrialen Effizienz; parallel dazu kann, wenn vom kognitiven- und/oder Belastungsniveau möglich, spezifisches Training der defizitären Hirnleistungen durchgeführt werden. Falls das (noch) nicht möglich ist, kombiniert man das Training zunächst mit Biofeedback, Neurofeedback, Visualisierungs- und Achtsamkeitsinterventionen.
- Stabilisierung (Woche 9+): Reduktion der IHHT-Frequenz; Fokus auf den Transfer der kognitiven Verbesserungen in den Alltag. Hierfür sind erfahrungsgemäß 10 bis 30 Sitzungen nötig.
Beispiele für Therapiepläne
Spezifische IHHT-Parameter & Neuro-Training
Ein Therapieplan, der das Intermittierende Hypoxie-Hyperoxie-Training (IHHT) mit neuropsychologischem Training kombiniert, nutzt den Effekt der verbesserten mitochondrialen Energiebereitstellung, um kognitive Funktionen effizienter zu trainieren.
Man nennt diesen Synergieeffekt oft „Neuro-Priming“: Die IHHT bereitet das Gehirn durch optimierte Sauerstoffverwertung auf die plastischen Veränderungen vor, die durch das kognitive Training ausgelöst werden.
Phase 1: Vorbereitung & Akklimatisation (Woche 1)
In dieser Phase gewöhnen sich die Mitochondrien an den Reiz und schaffen eine Basisstabilität.
IHHT-Frequenz: 2 Sitzungen pro Woche.
Parameter: Moderat (Sauerstoffkorridor 12\% bis 15\%).
Neuro-Fokus: Basale Aufmerksamkeit und Entspannungstraining.
Timing: Neuropsychologisches Training findet nach dem IHHT statt, um das „metabolische Fenster“ zu nutzen.
Phase 2: Intensivierung (Woche 2-3)
Hier findet die eigentliche therapeutische Arbeit statt.
IHHT-Frequenz: bis zu 3 Sitzungen pro Woche.
Parameter: Individuelle Anpassung (Sauerstoffgehalt ggf. bis 10\% senken, je nach Verträglichkeit).
Neuro-Fokus: Spezifische Defizite (z. B. Exekutivfunktionen, Gedächtnis, Wortfindung).
Methode: Simultan-Training. Während der Hyperoxie-Phase (Sauerstoffanreicherung) der IHHT werden kurze, hochintensive kognitive Aufgaben gelöst.
Phase 3: Konsolidierung (Woche 4)
Übertragung der Erfolge in den Alltag.
IHHT-Frequenz: 2 Sitzungen pro Woche.
Parameter: Stabilisierung der erreichten Sättigungswerte.
Neuro-Fokus: Transferaufgaben und komplexe Problemlösungsstrategien.
Beispiel für eine Intensivtherapie
00-40 Min IHHT-Session: Zelluläre Optimierung & Vagus-Nerv-Aktivierung.
30-40 Min In-Mask-Tasking: Leichte kognitive Aufgaben während der Sauerstoff-Phasen (Hyperoxie).
45-75 Min Neuro-Training: Computergestütztes Training (z.B. Cogpack, RehaCom, Neuronation) oder verhaltenstherapeutische Übungen.
75-90 Min Cool-down: Reflexion und Entspannungstechniken.
Wichtige klinische Hinweise
Das Zeitfenster: Die neuronale Plastizität ist in den ersten 2 bis 4 Stunden nach der IHHT am höchsten. Nutzen Sie dieses Fenster für die anspruchsvollsten Übungen (auch als Hausaufgabe).
Monitoring: Achten Sie auf die Herzratenvariabilität (HRV). Ein starker Abfall der HRV deutet auf Überforderung hin – in diesem Fall sollte die Intensität der neuropsychologischen Aufgaben reduziert werden.
Supplements: Gesunde Ernährung, Bewegung und eine begleitende Gabe von Coenzym Q10 oder Magnesium und anderen Ergänzungen kann die mitochondriale Antwort auf die IHHT unterstützen (nach therapeutischer Rücksprache).