Aufmerksamkeit ist eine sehr komplexe Funktion, die in allen Lebensbereichen Bedeutung hat und in viele Teilfunktionen (fokussierte Aufmerksamkeit, Daueraufmerksamkeit, geteilte Aufmerksamkeit, Aufmerksamkeitskontrolle etc.) unterteilt ist. Sie stellt eine wichtige Grundfähigkeit des Menschen dar.

Störungen, wie beim ADS bzw. ADHS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom mit und ohne Hyperaktivität), zeigen verschiedene Ausprägungen und betreffen so unterschiedliche Lebensbereiche wie z.B. schulisches Lernen, soziales Miteinander und familiäre Harmonie.
Kinder und Jugendliche, die unter ADS/ADHS leiden, können deshalb auch sehr individuelle Probleme im Alltag (soziale Kontakte, Schule, Kindergarten, etc.) haben.
Heranwachsende, deren Leben in einem hohen Maß durch das Erlernen neuer Fertigkeiten geprägt ist, werden durch diese Einschränkungen oft besonders deutlich und leidvoll in Ihrer Entwicklung beeinträchtigt. Um einen selbstbewussten und unabhängigen Platz in unserer Gesellschaft zu finden, ist es für diese Patienten in ihrer Entwicklung besonders wichtig, ein möglichst umfangreiches Behandlungskonzept zu erhalten, um diesen Störungen entgegenzuwirken.

Kooperation - komplexe Störungen erfordern
Um diesen umfangreichen und individuellen Problemen gerecht zu werden und Synergieeffekte sowie einen Austausch von Informationen zwischen den einzelnen Disziplinen zu gewährleisten, haben wir uns mit Kooperationspartnern zusammengefunden (spezialisierte Ergotherapiepraxis, Neurologie, tiergestützte Therapien).
Praxisnahe Erkenntnisse aus der Ergotherapie können so ergänzt werden mit der neurologischen und neuropsychologischen Feindiagnostik. Psychotherapeutische und psychophysiologische Messungen verbinden sich zu einem umfassenderen Gesamtbild; Beobachtungen aus der tiergestützten Therapie und der Ergotherapie über die Fähigkeit, Beziehungen herzustellen, soziale Regeln zu verstehen, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen, Ängste zu überwinden, die Wahrnehmung und Verarbeitung von Umweltreizen zu schulen und vielem mehr, können optimal in ein alltagsnahes therapeutisches Gesamtkonzept eingebunden werden. Diese daraus resultierenden, umfassenden Erkenntnisse helfen z.B. auch beim Einsatz von Medikamenten und der Optimierung der nötigen Dosis.
Neuropsychologische Therapieansätze werden in desem Setting kombiniert mit Konzepten aus dem ergotherapeutischen Aufmerksamkeitstraining und der lerntherapeutischen Praxis.

ADS/ADHS als Störung, die die ganze Familie betrifft
In unserem Kooperationskonzept ist uns eine enge Einbindung der Familienangehörigen sehr wichtig, da die beschriebenen Störungen und Defizite die gesamte Familie und ihr Umfeld betreffen.